Oliver Heim: Farbfehler bei den Wiener Gansel

Obwohl ich die Rasse erst seit kurzer Zeit züchte, habe ich schon gemerkt, wie schwer es ist, ein gut gezeichnetes Wiener Gansl zu erzüchten. Die Zeichnung vererbt sich leider nicht gut und die Paare können viele verschiedene Variationen bringen. Zum Glück verändert sich die Zeichnung bei dieser Rasse nach der Mauser nicht so viel, also kann man die Jungen schon im Nest selektieren. Wenn die Küken so alt sind, daß die Federkiele draußen sind, kann man schon mit dem Selektieren beginnen. Damit sparen wir nicht nur Futter und somit Geld sondern schonen auch die Zuchttauben, weil sie nicht jedes Küken aufziehen müssen. Was man zuerst erkennen kann, ist die Länge vom Latz. Wenn er schön tief ist, lasse ich das Küken immer aufwachsen, wenn er aber zu klein ist oder er ist gar nicht erkennbar, selektiere ich das Junge aus.

Zu dem Zeitpunkt kann man auch schon die Rücken- und Taillienfarbe erkennen, sowie den Keil und die Legebeine. Ich mag es nicht wenn die Taille mit schwarzen Federn durchsetzt ist oder sie komplett schwarz ist. Einerseits hat die Herzzeichnung später nicht so ein schönes Kontrast, wie mit einer weißen Taille, andererseits soll sie laut Standard weiß sein. Also, solche Jungtauben behalte ich nur, wenn der Latz super ist. Zum Glück haben diese Küken meistens einen kleinen Latz.

  

Wenn die Jungtauben etwas älter werden, erkennt man schon die Herzzeichnung. Bei offenen Tauben ist sie meistens zu klein oder mit weißen Federn durchgesetzt. Wenn man viele gut gezeichnete Alt- oder Jungtauben hat, ist es besser diese zu selektieren. Wenn man in dem Schlag eher nur Tauben mit kleine Lätzen vorfindet, ist es besser so eine Taube zu behalten und sie mit einer Taube mit kleinem Latz zu verpaaren. So kann man im nächsten Jahr einige mit schönen tiefen aber nicht offenen Lätzen erzüchten.

  

Was bei den Ganseln noch oft vorkommen kann, ist ein Ohrenzacken. Das heißt, daß die Grundfarbe zu hoch geht und sie das Ohr erreicht. Anhand meiner Erfahrungen ist es vom Latz unabhängig, also kann es bei einem guten Latz auch passieren. Wenn der Latz sonst super ist, oder die Taube einen wunderschönen Würfelkopf hst, dann behalte ich sie und verpaare sie nächstes Jahr mit einer Taube, die bei den Ohren eine schöne tiefe Zeichnung hat.

Beim Keil kommen oft weiße Federn, gerade wenn die Taube einen wunderschönen Latz hat. Laut Standard sollte er die selbe Farbe wie die Grundfarbe haben. In dieser Frage bin ich nicht so streng, wenn die Taube einen schönen Latz hat, interessiert es mich nicht wenn der Keil komplett weiß ist oder einige weiße Federn enthält. Man sieht die Tauben ja immer von oben und von oben ist es nicht sichtbar.

 

Als letztes Problem möchte ich noch das „Hoserte oder Seitige” erwähnen. Das kommt oft bei solchen Ganseln vor, die eine bunte Taille haben. Dann geht Farbe runter bis zu den Schenkeln. Solche Junge behalte ich auch nicht, weil sie meistens keinen Latz oder nur einen sehr kleinen haben.

Copyright 2011 Oliver Heim: Farbfehler bei den Wiener Gansel.
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