Oliver Heim: Die heute noch lebendige Varianten der Wiener Hochflugtauben, die Gekranzelten

 

Die zwei Beliebtesten Farbschläge der Wiener Hochflugtauben in Österreich sind die Gekranzelten und Rotgestrichten. Anhand meiner Erfahrungen sind sie vom Typ her ein bisschen unterschiedlich. Die Gekranzelten sind meistens etwas kleiner und schlanker, ihre Köpfe sind oft markanter. Ich würde sagen, daß sie feinere Tauben sind. Die Rotgestrichten sind dagegen ein bisschen größer und gröber und ihre Köpfe sind meistens runder. Ihre Zeichnung finde ich aber einzigartig und wenn man darüber nachdenkt, sehen sie mit den roten Flügelbinden aus, wie die österreichische Flagge. Die Jauker fliegen sie gemeinsam in gemischten Stichen, denn sie bringe die selbe Leistung, obwohl ich schon gehört habe, daß die Rotgestrichten angeblich etwas mehr können sollen.

Gekranzelte

Es gibt mehrere Typen bei den Gekranzelten Wiener Hochflugtauben. Man kann sie nach der Stärke des Halskranz(dunkel, normale, helle) oder auch nach der Farbe des Halskranzes(grüne, violette, silber), sogar nach der Fußbefiederung(glatt, bestrümpft, behost) kategorisieren:

1. Die Dunklen: obwohl sie mit dem starken Halskranz super aussehen ist diese Tauben zu züchten eine richtige Herausforderung. Sie haben meistens viel mehrere Pigmente als die helleren Gekranzelten und das kommt am Flügelschilden auch raus. In Wien nennt man diese scheckigen Flügel "wolkig". Mit den Jahren werden sie immer dunkler und was am Anfang nur ein Bindenansatz war wird schön langsam zu zwei Binden. Man verpaart diese am besten mit hellen, sonst bekommt man bald Schimmel.

2. Die Typischen oder Normalen: von ihnen findet man massenhaft in den Stämmen. Sie haben keinen so schönen Halskranz wie die Dunklen aber dafür haben sie meist einen schönen, reinen Flügelschild und mit den Jahren werden sie auch nicht so dunkel, wie die oben erwähnten Tauben. Diese kann man auch mit den hellen und dunkel Typen verpaaren. Von so einer Paarung wird ein Teil der Jungtauben fast so hell wie die Gespritzten sein, der andere kann so einen dunklen Halskranz haben, wie der erste Typ. Der größte Teil wird aber so aussehen, wie diese typischen Gekranzelten.

3. Die Hellen: sie können von den Dunklen und von den Helleren auch fallen und man braucht sie für die Zucht, sonst werden die Tauben immer dunkler. Eine andere Möglichkeit ist, diese Tauben miteinander zu verpaaren um gespritzte Hochflugtauben zu erzüchten.

Neben den Grün- oder Violetthalsfärbigen gibt es eine dritte Art der Gekranzelten, die Silbergekranzelten. Von ihnen möchte ich auch ein paar Fotos zeigen, weil sie in Österreich sehr beliebt sind und ich finde sie besonders schön.

Die noch helleren Variante nennt man Gespritzte. Von diesen gibt es zwei Typen. Wie der Name sagt, hat der eine eine Platte der andere keine.

1. Plattig gespritzt: das sind eigentlich sehr helle Gekranzelten, die am Kopf einen dunkelblauen oder dunkelgrauen Fleck haben, das nennt man in Wien als "Platte". Ihr Halskranz ist aber fast verschwunden. Für die alten Jauker waren sie umso schöner je weniger ihre Hälse gespritzt waren.

2. Gespritzte: von der Zeichnung her sind es die selben Tauben nur haben sie keine Platte. Theoretisch kann man aus ihnen Hellstörche erzüchten.

Alle Varianten der Wiener Hochflugtauben können behost, bestrümpft und glattfüßig sein, obwohl der Standard nur glattfüßige und behoste zu lässt. Es ist ein bisschen ironisch, da man keine Chance hat die Bestrümpften zu umgehen. Sie werden immer auftreten, auch wenn man zwei glattfüßige Tauben miteinander verpaart. Ich vermute, daß diese Eigenschaft von der Genetik her  rezessiv ist, also kann man das den Taube nicht ansehen. Auch wenn wir Behosten in der Zucht haben, können wir uns sicher sein, daß wir mit den Jahren immer einige Bestrümpften in der Zucht auftreten werden.

                                          behost                     bestrümpft                      glattfüßig

Der Halskranz der Gekranzelten Wiener Hochflugtauben kann grün, violett oder silber sein. Weil die Züchter aber darauf nicht achten, verpaaren sie diese Varianten oft miteinander und kommen auch gemischt färbige Junge vor. Das ist eine Geschmacksache, jeder macht es wie er will. Mir gefallen eigentlich alle sehr gut und bei einer Paarung achte ich viel mehr auf den Typ oder auf die Fußbefiederung sowie die Binden.

Apropos Flügelbinden, es gibt nichts schöneres, als wenn der Flügelschild reinweiß ist. Das ergibt ein schönes Kontrast mit dem Halskranz und den gesäumten Flügel- und Schwanzfedern. Wie immer ist das zu erreichen nicht einfach. Die Flügelbinden treten hartnäckig auf und wenn man darauf nicht achtet wird sich das im Stamm festigen. Zum Schluß sollte noch erwähnt werden, daß die Gekranzelten auch mit einem reinweißen Schwanz anerkannt sind.

Copyright 2011 Oliver Heim: Die heute noch lebendige Varianten der Wiener Hochflugtauben, die Gekranzelten.
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