Oliver Heim: Winterbehandlung

Obwohl es ein interessantes Thema ist, findet man nicht viele Artikel darüber. Was macht man nach der Zuchtsaison? Geben wir die selbe Futtermischung und lassen alles so laufen wie früher? Gute Fragen. Ich glaub jeder hat seine eigenen Methoden und Ideen, ich auch. Diese möchte ich jetzt mitteilen. Vielleicht kann der eine oder andere Leser etwas nützliches für sich finden.

Nach dem letzten Jungen

Ich lasse normalweise nur 2 Bruten, so können die zweiten Jungen noch zeitig mausern und werden für das nächste Jahr mit gutem Gefieder bereit sein für das Jauken. Einen dritten Brut lasse ich aber auch aufzuziehen, das ist eigentlich die Reserve für mich, wenn ich zu viele Verluste wegen der Greifvögeln oder dem Abdrehen habe, so kann ich meine Stiche komplettieren. Diese letzten Jungtauben setze ich im August ab. Nach dem Absetzen trenne ich immer die Täubinen von den Täubern und konzentriere mich nur auf die Mauser der Zuchttauben.

Futter

Statt der frühere Futtermischung, die viele Erbsen mit enthielt bekommen sie jetzt eine andere Mischung, die eher ölhaltige Sahmen enthält, wie schwarze Sonnenblumenkernen und Raps. Das fördert die Mauser und der Gefieder wird schön glänzend. Mit dem Raps muss man aber vorsichtig sein, er kann die Tauben nervös machen und sie werden auch reif, was dieser Zeit gar nicht gewünscht ist. Ich persöhnlich gebe lieber nur schwarze Sonnenblumenkernen. Das hilft genug die Mauser und werden die Tauben nicht so wild wie mit dem Raps. Erbse und Wicke gebe ich nur ganz wenige oder oft gar keine. Meiner Meinung nach brauchen die Alttauben diese Sahmen eher wenn sie Küken und Junge haben um diese mit genugen Aminosäuren zu auffühlen. Wie man auf dem Bild sieht ist mein Futterrezept für den Winter sehr einfach: 1/3 Mais, 1/3 Sonnenblumenkernen, 1/3 Weizen mit etwas Milo, Hirse und Gerste.

von links: Zuchtmischung und Wintermischung

Mineralen

Mineralen kaufe ich verschiedene Sorten, am liebsten gebe ich welche vom DHP und Versele Laga. In diesen Mineralmischungen findet man meiner Meinung nach alles, was die Tauben für einen guten Gefieder brauchen. Gelber und roter Lehm, Taubenstein, kleine Schneckenhäuser, verschiedene Kräuter, Kalk, usw. Oft sehe ich bei anderen Züchtern, die nicht solche Mineralmischungen kaufen, sondern selbst mischen, daß ihre Tauben im Schlag immer etwas suchen oder sie an der Wand picken. Das ist alles wegen "Mineraldefizit". Früher habe ich es bei mir auch gesehen, seit ich aber solche gute Mineralmischungen kaufe, habe ich so etwas nicht mehr gesehen. Diese Mineralien lasse ich aber nicht immer im Taubenschlag stehen, weil sie dann ihre Lieblingssachen rauspicken und die anderen Dingen, die für sie auch wichtig wären am Boden verstreuen, usw. übrig lassen und warten, bis sie wieder etwas Neuen davon bekommen. Ich gebe ihnen lieber eine relativ kleine Menge und am nächsten Tag bekommen sie wieder was. So werden sie immer saubere Mineralen essen und werden diese nicht vom Boden picken.

Parasiten

Gegen Federparasiten behandle ich die Tauben mit Ivermectin 1%. Ich kann es bei uns in Tropfenform kaufen, davon gibt es mehrere Hersteller und Größen. Meistens kaufe ich den ungarischen Typ, damit muss man die Tauben zweimal behandeln. Zwischen den Behandlungen soll man 3-4 Woche warten, weil der Wirkstoff nur die lebenden Parasiten tötet, die Eier aber nicht. Bei der zweiten Behandlung werden aber auch solche Parasiten sterben, die bei der ersten Behandlung noch im Ei waren. Also beim Trennen der Täubinen tropfe ich alle Tauben ein und noch einmal nach 3-4 Wochen. So muss man sie eigentlich nur einmal stören, weil man wegen dem Trennen eh alle Tauben fangen muss.

Gegen Würmen gebe ich Ascapilla Tabletten, diese bekommen die Tauben normalweise im November, also ein Monat nach der Behandlung gegen Federparasiten. Ich kenne mehrere Züchter, die ihre Tauben gegen Federparasiten und Würmen immer gleichzeitig behandeln, wenn ich aber meinen Tierarzt gefragt habe, hat er mir gesagt, daß es seiner Meinung nach zu viel ist und man sollte zwischen den verschiedenen Behandlungen etwas warten.

Impfen

Im Dezember, wenn die Tauben mit der Mauser durch sind, kommt die Impfung gegen Paramyxo und Parathyphus. Dafür braucht man Hilfe von jemanden, der die Tauben für uns in der Hand hält, so können wir am besten in den Hals der Taube stechen. Diese Impfstoffe müssen wir unter die Haut spritzen, nicht in den Muskel und besonders nicht in eine Vene, sonst kann die Taube sterben. Wenn wir alles gut gemacht haben, kann es zwar auch passieren, daß welche von den Tauben sterben, der Grund dafür ist aber wahrscheinlich weil die Tauben mit dem Virus schon ifiziert war und es durch die Impfung einfach zu viel für sie war.

Vor und nach dem Impfen gebe ich immer komplex Vitamine und lasse die Tauben in Ruhe, auch putze ich ein paar Tage lang nicht. Wenn die Tiere stark sind, verhalten sie sich ein paar Tage später wieder so als ob sie nichts bekommen hätte. Für die Immunität brauchen sie normalweise 2-3 Wochen. Wie ich vom Tierarzt weiß, darf man gegen Paramyxo das ganze Jahr impfen, gegen Parathyphus aber nur, wenn das Wetter wirklich kalt ist. Er hat mir erklärt, daß es wegen der verschiedenen Bakterien und Viren ist, die im Kalten nicht so aktiv und gefährlich sind. Wenn es wärmer ist, können sie die Tauben während der Parathyphus Impfen besonders leicht infizieren.

So, wenn wir dies alles gemacht haben, bekommen wir einen Bestand, der von Parasiten und Würmen rein ist und Immunität gegen Paramyxo und Parathyphus hat. Mit solchen Tauben kann man eine gute Zuchtsaison beginnen, was ja die Grundvoraussetzung einer guten Flugsaison ist und weil wir Züchter von Wiener Hochflugtauben sind, ist es das Wichtigste.

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