2018 das erste Jahr mit den Gekranzelten

Wie ich das in einem anderen Artikel schon geschrieben habe, besorgte ich mir Gekranzelte Wiener Hochflugtauben aus dem Mutterland, also aus Österreich. Diese Tauben waren im Aussehen eleganter, schlanker und auch in der Zeichnung schöner als meine Früheren. Was mir noch auffiel ist, dass die Tauben im Schlag fast lautlos fliegen und ihre Schwänze beim Fliegen meist geschlossen sind. Das kannte ich bis jetzt noch nicht aber es gefällt mir sehr und macht meiner Meinung nach die Tauben noch adeliger. Sie sind im Schlag immer aktiv, aber nicht idiotisch. In kurzer Zeit haben die Gekranzelten gelernt, wenn ich mit dem gelben Kübel komme heißt das putzen und sie brauchen keine Angst zu haben. Naja, wenn man sich im Schlag nicht ruhig bewegt fliegen sie sofort hin und her. Zu Frühlingsbeginn habe ich die Täuber wieder mit den Täubinen zusammen gelassen. Ich war sehr neugierig darauf, wie die brüten werden. Die österreichischen Züchter haben mir immer gesagt, dass diese Tauben wie Maschinen züchten und es ist wirklich so. Die Täuber haben sich sofort eine Täubin und einen Nistplatz ausgewählt und fingen mit dem brüten an. Was mich gewundert hat ist, dass alle Eier befruchtet waren, alle Küken sind geschlüpft und die Eltern haben alle Küken aufgezogen. So gute Leistung habe ich nur bei den Brieftauben gesehen.

Mit den Küken war ich geduldig, ich wollte sehen, dass alle allein fressen können und erst danach habe ich sie in einen anderen Schlag gegeben. Schon am ersten Tag waren sie aktiv, sie wollten alles entdecken. Nach einigen Tagen haben die Jungtauben gelernt, dass ich mit dem Futter immer zur gleichen Zeit komme. Am 5.-6. Tag habe ich sie dann rausgelassen, sie waren sehr neugierig und sind sofort rausgekommen und haben die Freiheit und den Sonnenschein genossen. Ein paar Tage später haben sie ihre ersten Runden gemacht, immer weiter und höher. In dieser Zeit hatte ich keinen Verlust. Dann plötzlich ohne einem Anzeichen sind sie gemeinsam im Stich aufgestiegen. Erst bis Preishöhe, dann unsichtbar. Ich stand dort in unserem Garten und konnte das einfach nicht glauben. Die Jungen, die gestern noch keinen Stich gehalten haben, fliegen heute schon in unsichtbarer Höhe. Zum Glück fand ich sie etwas später als kleinen Punkt wieder. Nach 30 Minuten waren alle wieder auf dem Dach. Auf so eine super Leistung habe ich auch in meinem Traum nicht gehofft. Auf den folgenden vier Tagen haben sie immer abgedreht, deshalb hatte ich schon Verluste, aber nicht viele, nur 2-3 Stücke.

Wegen dem vermehrten Abdrehen musste ich die Futtermischung ändern. Ich habe sie erst mit Weizen, dann mit Gersten verdünnt. Das hat gut funktioniert, ich hatte kein Abdrehen mehr. Ihr Flug war sehr schön, in kleinen Kreisen sind sie schnell bis Preishöhe aufgestiegen und dann waren sie oft auch Unsichtbar, wenn sie etwas runter gekommen sind, konnte man sofort das Werfen und Schwenken erkennen. Weil sie die Preis- und Dreivirtele Höhe lang gehaltet haben war das besonders schön wie sie oben als kleine weiße Punkte hin und her geschwenkt haben. Im Sommer ist leider die Jungtierkrankheit gekommen. Der Schlag war voll mit grünem Stuhl und ich habe mehrmals gesehen, dass sich die Tauben erbrochen haben. In dieser Zeit wollte ich die nicht jauken. Sie haben ins Trinkwasser Apfelessig bekommen. Ich habe die Menge des Futters verringert und noch mehr mit Gerste verdünnt.

Nach der Krankheit konnte ich sie nicht mehr in so gute Form bringen, wie die Tauben am Anfang waren. Aber kein Problem, in 2019 züchte ich mir wieder Jungtauben und fange wieder mit dem Jauken an. Ich bin von diesen Tauben total überzeugt und bin mir sicher dass ich mit denen "den oidn Soft” wie man in Österreich sagt habe. Mit diesem Zuchtmaterial kann ich bestimmt noch bessere Wiener Hochflugtauben züchten.

Oliver Heim

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