2020 Das Saisonende und die ersten Erfahrungen mit den Küss Gekranzelten

Als ich die Küss Tauben bei Alfons Rückl in Wien das erste Mal gesehen habe, war ich schon begeistert von ihnen. Trotz ihres Alter waren sie sehr aktiv und vital, ihre Gefieder war schön glänzend und straff. Das Fangen von diesen 34Stk Gekranzelten war ein echter Alptraum, sie waren super schnell und nervös.

In Mai 2020 habe ich meine ersten Jungen abgesetzt(klikk fürs Video) und mit großer Begeisterung fing ich mit dem Eingewöhnen an. Leider habe ich damit zu lange gewartet, die Jungen waren schon ein bisschen zu kräftig und deshalb hatte ich einige Verluste. Beim ersten Mal waren die Tauben nicht länger als 5 Minuten am Dach, dann kam ein Sperber und sind alle aufgeflogen. Ich dachte sie werden nur einige Kreise fliegen und dann sofort wieder zurück kommen und alle in der Nähe sitzen. Es war aber nicht so. Die Jungen waren Ruck zuck in guter Höhe und einige kamen nie mehr zurück. Von ihnen habe ich bis heute nichts gehört.

Etwas später, ca. 1 Woche brauchten die Jungen einen Stich zu bilden, konnte ich sie ordentlich jauken. Naja jauken, ich musste nichts mehr machen, nur den Ausflug öffnen und sie waren sofort in der Luft. Ihre Flugzeit war normalweise 3 Stunden und nach dem Rauslassen brauchten sie 3-4 Minuten um die Preishöhe zu erreichen. Dort waren sie zwischen 0,5-1,5 Stunden, man konnte, oder zumindest ich konnte keinen Regel finden, ob die Tauben heute mehr oder weniger in guter Höhe bleiben. Was mich sofort aufgefallen ist war, daß sie auf den Wind sehr heikel sind. Wenn es mittel oder starken Wind gibt, gehen sie nicht in die Höhe sondern schwenken und werfen nur unten, wie die Stilflugtauben.

Im Juni 2020 habe ich meine zweite Brut abgesetzt(klikk fürs Video) und schon früher als die erste. Verluste hatte ich fast keine, nur welche die zu jung zu hoch geflogen sind und nicht mehr zurückfinden konnten, das waren aber wirklich wenige Tauben. Mit diesen zweiten Jungen war ich auch geduldiger als mit den ersten, deshalb haben sie am Anfang nicht solche Leistungen geflogen wie die ersten. Sie haben auch eine viel leichtere Mischung bekommen, als die ersten Jungtauben, weil ich bei ihnen schon gelernt habe, daß sie auf eine gute Mischung einfach zu früh zu hoch gehen. Etwas später, wenn sie die Umbegung mit dem Streifen besser kennengelernt haben, habe ich ihre Mischung auch verstärkt und sie haben genauso gut geflogen, wie die ersten Jungen.

Die erste und zweite Bruten wollte ich miteinander nicht mischen und gemeinsam jauken, sondern ich wollte sie bis Saisonende allein fliegen lassen. Im Hintergrund dieses Gedanken steht die Jungtierkrankheit. Früher als ich die ersten zweiten Jungtauben gemischt habe, hatte ich sofort Probleme mit der Jungtierkrankheit. Ob es wirklich deswegen war oder weil ich einfach nur Pech hatte, weiß ich nicht, aber in der Zukunft mische ich die verschiedenen Generationen lieber nicht mehr.

Im Juli und Augustus waren die Jungtauben mehrmal im Topfform und haben Leistungen geflogen, die ich von früher nicht gekannt habe. Meine ersten Gekranzelten, die ich 2018 aus Österreich besorgt habe, haben nicht länger als 4 Stunden geflogen, aber die Küss mehrmal über 5 Stunden, davon viele Preis- und dreiviertel Höhe. Das Tempo war auch nicht langweilig, sie haben oft geschwenkt, gekippt und gewirfen. Der schnellste Aufstieg war ca. 2 Minuten bist guter Höhe(klikk hier fürs Video).

Mit den Greifvögeln hatte ich heuer viele Probleme. Die Wanderfalken haben mich in August oft besucht, fast jeden Tag... Sie haben mehrere Jungen erwischt und haben viele gute Leistungen zerstört. Das dauerte zum Glück nur bis September, dann habe ich mit dem Jauken aufgehört und habe die Jungtauben eingesperrt. Obwohl die Falken schon werschwunden waren, ich wollte die verbliebene Jungen nicht verlieren.

Mitte Oktober kam dann die Katastrophe, die ganz Ungarn angegriffen hat, der neue Paramyxo Virus. Bei den ersten kranken Tauben dachte ich, daß es Jungtierkrankheit ist, weil sie einfach übelgelaunt waren. Einige Tage später habe ich aber gesehen, daß die Jungtauben nicht mehr fliegen konnten, sondern sind einige gegen die Wand geflogen. Ich hatte keinen blasen Dunst was das ist, also habe diese Tauben zum Tierarzt gebracht, der sich auf Tauben spezialisiert hat. Er hat mir erklärt, daß es jetzt einen neuen Paramyxo Virus gibt und man kann nichts dagegen machen, weil die Impfstoffe, die man besorgen kann, enthalten ihn nicht. Typische Symptome sind Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Schwindel und unkontrollierendes Fliegen. Was aber sehr besonders ist, daß die Tauben ihre Köpfe nur sehr selten verdrehen. Insgesamt habe ich um die 40Stk Jungtauben verloren, von den Alten nur ein Paar.

Als Schlußwort kann ich sagen, daß ich mit der Leistung dieser Küss Gekranzelten sehr zufrieden bin, es freut mich sehr, daß ich sie bekommen habe und ich bin dem Peter Heindl sehr dankbar, der den ganzen Transport organisiert hat.

Oliver Heim

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